Lesenswert!

Joachim B. Schmidt
"Tell"

 

288 Seiten, gebunden
Diogenes
ISBN 978-3-257-07200-6

Joachim B. Schmidt schreibt mit seinem Buch Geschichte neu. In dem fulminanten Roman wird die Tell-Sage neu erzählt. Beinahe 100 schnelle Sequenzen, erzählt von 20 verschiedenen Protagonist*innen, versprechen einen überraschenden Schluss.

Schmidts Fiktion und seine Vision des Tell machen die Erzählung so einzigartig, frisch und zwingend. Im Zentrum von Schmidts Erzählung steht der «Mensch» Wilhelm Tell – ein Wilderer und Familienvater, ein Eigenbrötler und notorischer Querulant; ein Antiheld, einer, der überhaupt kein Held sein will, der eigentlich nur seine Ruhe, genug zu essen und seinen Leiterwagen haben will. Und eine Kuh verkaufen. Immer näher kommen ihm die verschiedenen Stimmen und erkunden, wie eine einzige Gewalttat grössere und grössere Kreise zieht. Schmidt bringt uns die Figuren des Mythos nahe und erzählt eine unerhört spannende Geschichte – auch für diejenigen, die noch nie etwas von Wilhelm Tell gehört haben. Joachim Schmidt, in Cazis aufgewachsen, legt mit «Tell» sein fünftes Buch vor. Nach einer Tell-Lesung schrieb eine Zuhörerin: «...und lauschten warm eingepackt der zwar bekannten, aber noch nie so menschlich erzählten Geschichte unseres Nationalhelden. Tells Schicksal, eng verflochten mit allen Protagonist*innen, geht durch Mark und Bein, bleibt hängen und macht Eindruck.